Bilderklau im Internet: Wie kann ich mich dagegen wehren?

Schon so manch ein Onlinehändler stellte überrascht fest, dass seine (oft aufwendig und teuer) erstellten Produktfotos von einem Konkurrenten verwendet wurden, ohne dass er hierfür die Erlaubnis erteilt hatte. Dies ist für den betroffenen Händler sehr ärgerlich. Denn gute Produktfotos stellen entsprechende Werbung für das jeweilige Produkt dar und garantieren hierdurch einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil. Dies wissen die Händler auch und lassen meistens ihre Produktbilder entweder durch professionelle Fotographen herstellen oder fertigen die Produktbilder selbst mit hohem Aufwand und professioneller Ausrüstung an. Deshalb sollte man es nicht hinnehmen, wenn ein Konkurrent die eigenen Bilder kopiert und für dessen Verkaufsaktivität missbraucht.

Rechtliche Einordnung vom Bilderklau:

Die unerlaubte Verwendung fremder Bilder stellt eine Urheberrechtsverletzung dar!

Urheber und Rechteinhaber

Dagegen wehren können sich zum einen die Urheber der Bilder, also Personen, die die Bilder selbst angefertigt haben, aber auch diejenigen, denen Rechte an den Bildern von den Urhebern eingeräumt wurden. Hat ein Händler also zum Beispiel Produktbilder bei einem Fotographen in Auftrag gegeben, so ist der Fotograph der Urheber der Bilder. Der Fotograph überträgt dem Händler jedoch üblicherweise die gesamten Nutzungsrechte an diesen Bildern, so dass der Händler dann die Verletzung seiner eigenen Rechte rügen kann.

Geschützte Bilder

Das Urheberrecht schützt alle Lichtbilder unabhängig von ihrer Qualität. Zwar unterscheidet das Urheberrecht, ob es sich bei dem jeweiligen Bild um ein bloßes Lichtbild handelt oder ein so genanntes Lichtbildwerk, das eine besondere Schöpfungshöhe aufweist, dieses ist aber für das Bestehen des urheberrechtlichen Schutzes an sich nicht von Bedeutung. Relevant ist die Einstufung des jeweiligen Bildes erst für die Berechnung der Schadensersatzhöhe.

Anspruch auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz

Der Rechteinhaber kann sich auf vielfältige Weise gegen die Urheberrechtsverletzung zur Wehr setzen. Die wichtigsten drei Ansprüche sind dabei wohl der Anspruch auf Unterlassung, der Anspruch Auskunft und der Anspruch auf Schadensersatz.

Durchsetzung der Ansprüche

Recht haben ist zwar schön, aber Recht bekommen ist doch besser… Wie setzt man also seine Ansprüche durch?

Selbst

Zum einen ist es jedem Rechteinhaber selbstverständlich freigestellt seine Ansprüche beim Verletzer selbst einzufordern. Dies ist aber oftmals leider von wenig Erfolg gekrönt. Zum Einen überfordert es die meisten Rechteinhaber ihre Ansprüche beim Verletzer darzulegen. Sie sind zum Beispiel unsicher welche Ansprüche nun tatsächlich in ihrem Fall verwirklicht sind, wenn Ihnen Schadensersatz zusteht, dann in welcher Höhe, muss man die Ansprüche schriftlich stellen und wenn ja: wie hat ein solches Schreiben auszusehen? Zum Anderen werden sie von dem Verletzer nicht oft ernst genommen. Da ist professionelle Unterstützung durchaus empfehlenswert!

Durch einen Anwalt

Dabei kann Ihnen ein auf das Urheberrecht spezialisierter Anwalt helfen. Er wird zunächst Ihre Ansprüche prüfen und ein so genanntes Abmahnschreiben an den Verletzer verfassen. Hierin wird der Verletzer aufgefordert alle Ihre Ansprüche wie den Anspruch auf Unterlassung, Auskunft, Schadensersatz, u.s.w., innerhalb einer bestimmten Frist zu befriedigen. Tut er dies nicht, kann er im Wege des einstweiligen Rechtschutzes oder einer Hauptsacheklage verpflichtet werden.

Durch Anticopy

Für alle, die den Verletzer in Anspruch genommen wissen wollen, sich aber nicht selbst mit der Durchsetzung belasten wollen, bietet Anticopy einen dritten Weg: den Ankauf der Schadenersatzforderung. Anticopy zahlt einen Pauschalpreis von 20,- € je Forderung (d.h. pro Bild) und verfolgt dann die abgetretene Ersatzforderung im eigenen Namen und auf eigenes Risiko weiter. Der Urheberrechtsverletzer wird außeranwaltlich angeschrieben und aufgefordert einen kleinen Schadenersatz als „Denkzettel“ an Anticopy zu zahlen. Darüber hinaus meldet Anticopy eine Rechtsverletzung über das „Veri-Programm“ bei eBay, was in der Regel zur Löschung des Angebotes und zur Bekanntgabe der bei eBay hinterlegten Kontaktdaten des Verletzers führt.